APRIL
2009
ARIANE
ULRICH
war in Nagold
- grad
mal um die Ecke - also war Fraule beim ANTIJAGDTRAINING-SEMINAR.
Klasse war`s!

In
einem Wechsel zwischen Theorie und praktischen Übungen zeigte
Ariane, wie man jagende Hunde kontrollieren kann.
Der
theoretische Teil des Seminars fand im Vereinsheim der Hundefreunde
Nagold statt und Ariane erklärte uns mit Hilfe von übersichtlich und
nett gestalteten Folien, was man beim Antijagdtraining beachten
muss.
Ganz kurz zusammengefasst:
Die Einzelarbeit
des Hundes muss verhindert werden,
wobei das Schleppleinentraining Anwendung findet und die Zusammenarbeit,
HUND-MENSCH, muss gefördert werden.
Der Hund muss lernen: wir sind miteinander unterwegs und mein
Mensch ist wichtig! - Dies kann erreicht werden mit Orientierungstraining
(=Übungen, die den Hund dazu bringen, beim gemeinsamen Spaziergang
mehr auf seinen Menschen zu achten), Impulskontrolle
(= Training der Selbstbeherrschung), Zusammen
mit dem Menschen "Jagen"
(= Belohnungstraining / Gegenkonditionierung und Supersignal
/ Alternativbeschäftigung + Arbeit und Auslastung).

Eine
ganz wichtige Sache dabei ist die Schleppleine,
weil man nur damit einen größtmöglichen Trainingsfreiraum für
den Hund schaffen kann, das Jagen verhindern kann und die Ressourcenkontrolle
hat.
Den Umgang mit der Schleppleine trainierten die Mensch-Hund-Teams
dann anschließend auf einem Waldspaziergang in einem Praxisteil:
Zunächst
packte Ariane ihren Rucksack aus und zeigte uns verschiedene
Schleppleinen und erklärte uns die
Sache mit dem Knoten,
ca. 2 Meter vor Leinenende. Wenn dieser Knoten in der Hand des
HFs ankommt, dann ist das für den HF das Zeichen dafür, dass
er dem Hund sagt: "Stopp" oder "Ende" oder
"..." Dieses Wort sagt dann dem Hund, dass er langsam
gehen muss und sich am HF orientieren muss, da sich sonst
die Leine spannt und dann geht es nicht mehr weiter.

Dann
demonstrierte Ariane , wie sie die mit der Leine arbeitet.




Es
folgte Radiustraining
der Teams auf dem Waldweg.

Radiustraining
bedeutet, die Schleppleinenlänge gibt den Radius vor, in dem
sich der Hund im Abstand zu seinem HF bewegen darf. Er bekommt
gegebenenfalls gesagt, wenn das Leinenende erreicht ist (Siehe
oben - die Sache mit dem Knoten!). Bei gespanntem Leinenende
bleibt der HF stehen, bis der Hund sich wieder an seinem HF
orientiert, die Leinenspannung löst und zu ihm kommt, ihn anschaut,
und dann geht es mit
einem "WEITER" wieder vorwärts. Reagiert der Hund
auf das Ankündigungswort des HFs für das Leinenende und orientiert
sich zum HF hin, ohne dass die Leine spannt, dann bekommt er
ein Lob und ein geworfenes Leckerchen und es geht wieder vorwärts.

Ressourcenkontrolle
An
der 2-3 Meter - Leine sieht sich der Hund in einer Situation,
in der er unbedingt zu einem ZIEL (das kann sein: Spielzeug
/ Schnüffelstelle / Leckerchen/...) hinlaufen möchte, was die
Leine verhindert. Bei gespannter Leine wird der Hund angesprochen
und hergerufen und bekommt dann nach einem Lob die Erlaubnis,
mit dem HF zusammen zum ZIEL hinzurennen und gegebenenfalls
seine Wunschhandlung mit dem HF zusammen durchzuführen,
sofern das möglich ist.

Hier
kann auch die Aufgabe gestellt werden:
Wir gehen mit dem
Hund gemeinsam an lockerer Leine auf das ZIEL zu und
zur Belohnung für die gestellte Aufgabe darf der Hund zum ZIEL
laufen.

Aufbau
eines SUPERSIGNALS
Wir
informieren den Hund mit Körpersprache (z.B. rückwärts weglaufen,
in die Hände klatschen...) und gerufenem Jubelton oder Pfeifensignal,
dass es sich jetzt lohnt, zu Kommen, denn nun gibt es für mindestens
7 Sekunden lang eine SUPERBELOHNUNG!
- Richtig aufgebaut (Vorsicht! Nicht an bestimmten Situationen
festmachen!) wird das Supersignal zum Notrufsignal.

Orientierungstraining
Das,
was der Hund anschaut, hat er im Kopf. Schaut er den HF an,
ist das immer ein Lob und gegebenenfalls eine Belohnung wert.
Wir lehren den Hund: Achte immer drauf, wo dein Mensch ist,
sonst könnte er weg sein! Was du auch tun willst, frag lieber
erst mal nach!
Wir üben das auf Spaziergängen durch Richtungswechsel
und Verstecken.
Ohne Signal "verschwindet" der
Mensch und der Hund muss ihn suchen. Hierbei kann die Schleppleine
von einer Hilfsperson gehalten werden.
Hund
lernt: Fraule ruft einmal - wenn ich dann nicht komm ist sie
weg!
Hier wurde der Hund aus dem Spiel mit Ariane abgerufen.

Impulskontrolle
Schnelle
und heftige Reaktionen auf Reize sollten abgeschwächt und abgeändert
werden, eine Spannung sollte in Ruhe gehalten werden können
und nach Aufregungen sollten Hunde schneller wieder "runterfahren".
Übungen
hierfür:
Ruhe
und Entspannung
Hunde sollten
überall zur Ruhe kommen können und entspannen und dabei hilft
ein Streicheln und Massieren. Wie dabei vorgegangen werden kann,
zeigte Ariane.

Bleib-Übungen
und Leinenführigkeitsübungen
Kreativclickern
Dinge einfordern
durch "Aussitzen"
Kontrolliertes Ballspiel
...

Hier
wird ein Leckerchen abgelegt und die Leckie-Hand verschwindet,
sobald der Hund versucht, es ohne Erlaubnis zu bekommen. Die
Erlaubnis gibt es dann, wenn der Hund warten kann - sich kontrollieren
kann!

..dieselbe
Übung mit Spielzeug

Mögliche
Steigerung der Schwierigkeit hierbei:
- das Spielzeug fallen
lassen
- mit dem Spielzeug eine Wurfbewegung andeuten und
machen
- werfen des Spielzeugs
Hierbei werden keine Kommandos
gegeben. Im Alltag gibt es immer wieder Situationen, in denen
dieses "sich zurücknehmen" geübt werden kann. Ein
Beispiel wäre das rausgehen zur Tür. Die Tür geht nur auf, wenn
der Hund sich zurücknimmt - sonst wird sie einfach kommentarlos
wieder zugemacht.

Reizangel
mit Ablenkungsgegenstand


Trainiert
wurde mit einer selbstgebastelten Angel (Holzstock mit drangebundenem
Fellstück) und einer Angel mit drangebundenem Quietschteil,
die es im
Handel zu kaufen gibt.
Bleibt
die Leine beim Auftauchen des Geräts locker = C+B.
Spannt
die Leine und zieht der Hund zum Gerät hin - warten, bis der
Hund die Spannung auflöst und seinen Menschen beachtet (um ihm
das deutlich zu machen, dass die Leine locker sein soll, kann
man kurz 2cm nachgeben und sofort loben). Wenn der Hund Blickkontakt
aufnimmt und zum HF geht = C+B - und die Belohnung ist dann
das Hinhgehen zum begehrten Objekt und gegebenenfalls ein Spiel
damit.
Auch das Abrufen kann man hier trainieren. - Wenn
der Hund vom Spiel abgerufen wird und zum HF kommt = Lob + Belohnung
ist das Weiterspielen / kommt er nicht nach dem Rufen = Mit
einem gesprochenen "Schade!" geht der HF weg und auch
das Spielzeug verschwindet.
Auch das Rufen ins Sitz oder
Platz auf Distanz lässt sich mit der Reizangel trainieren.

Waldspaziergang
mit Ablenkungen, trotz derer sich der Hund an seinem HF
orientieren sollte.
Einmal kommt von hinten ein Ball seitlich
vorbeigekullert und es werden Hölzchen und Tannenzapfen von
hinten nach vorne seitlich neben den Hund ins Gebüsch geworfen.

Kann
sich der Hund dennoch mit lockerer Leine und an seinem HF orientiert vorwärts
bewegen = C+B
Belohnung kann hier sein, mit dem Hund zum
Wegrand zum geworfenen Gegenstand hin zu rennen, ihn dort schnüffeln
zu lassen und ein Leckerchen hinzuwerfen, das der Hund suchen
kann.

Kontrolle
am Wild
Welche Möglichkeiten
hat der HF, wenn der Hund das Wild sichtet oder der Fährte folgt:
Abrufen
- ins Sitz oder Platz rufen - Supernotrufsignal - Vorstehen
- Gegenkonditionierung

Ein
Fellstück, angebunden an langer dünner Schnur wird über die
Wiese gezogen und sieht so für den Hund wie ein kleines Tier
aus. - Der Hund ist an der Schleppleine und wird abgerufen
in dieser Situation. Sobald der Hund zum HF schaut Lob und heftiges
Loben, wenn er kommt.


Sitz
/ Platz auf Distanz

Das
Sitz-Kommando gibt der HF und die Belohnung kommt vom Helfer.
Der Hund bekommt für sein Befolgen des Kommandos den Ablenkungsgegenstand
(Leckerchen oder Spielie), mit dem der Helfer mit dem Hund gespielt
hat. - Ablenkung und Distanz sollten immer dem Leistungsstand
des Hundes angepasst sein.

Abrufen
bei Sichtung des Wilds
Ein Fellstück
wird an einer dünnen Schnur angebunden, diese wird über einen
Ast geschlungen und vom Helfer so bewegt, dass das Fellstück
über den Waldboden hin zum Baum und am Baumstamm hoch wandert
(=Eichhörnchen).
Das Mensch-Hund-Team kommt den Weg hoch
und der Hund sieht das "Wild". Hier kann nun das Abrufen
oder das Schicken ins Sitz oder Platz trainiert werden. - Hat
ein weiterer Helfer den Hund an der Schleppleine, dann kann
der Hundeführer mit einem "Schade!" in die andere
Richtung verschwinden, bei Nichtbeachten des gegebenen Kommandos.

Mit
einer Abschlussbesprechung endete das Seminar am Sonntagnachmittag:

Es
war sehr interessant und es gab viele neue Aspekte und Denkanstöße.
Vieles davon wird Fraule nun in unserem Training umsetzen. -

"PSST!
- Freu mich schon mal auf die Reizangel!"
war das Wochenende -
!!!