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Unsere
Grundsätze bei jeglichem Training mit Hunden:
In
der Trainingsarbeit mit Hunden hat Gewalt überhaupt keinen Platz! Gewalt
beginnt dort, wo Wissen endet!
Mit
„Gewalt“ ist nicht nur Schlagen gemeint – dass das nicht in
Frage kommt, versteht sich von selbst – darüber red ich gar
nicht erst!! Schmerzen (verursacht durch Stachelhalsband, Leinenruck,
Wurfkette, Sprüh-Halsbänder und ähnliche, so genannte
„Erziehungshilfen“) und Angst (die dann vor diesen Dingen
entsteht!) sind ganz „schlechte Lehrmeister“! Es
sollte aber auch kein Geschiebe und kein Runterdrücken zum SITZ
oder PLATZ geben und kein Gerucke an der Leine! Diese Dinge werden
oft gar nicht als „Gewalteinwirkung“ erkannt, aber es sind dennoch Formen von Gewalt und ich lehne
auch solche Dinge ab, weil diese ganz und gar unnötig sind und
nur Unbehagen und Abwehrverhalten beim Hund hervorrufen und somit
dem freudigen Lernen entgegenstehen, ja sogar Lernblockaden
verursachen können. Dahingehend haben wir selbst ganz schlechte Erfahrungen
gemacht. Wir haben vor langer Zeit mal unseren Übungsleitern
geglaubt, wenn sie uns solche Dinge empfohlen haben - was, wie
wir jetzt - nach viel Lektüre und Seminarbesuchen bei erfahrenen
Hundesportlern wissen - vollkommen falsch war.
Ebenso
ist ein rüder Kommandoton und ein Gebrüll völlig
unnötig. Wir brauchen nicht zu schreien, um uns unserem Hund
verständlich zu machen – Hunde hören sehr gut und lernen
mit angenehmen Umgangsformen sehr viel lieber. Ihr wollt doch auch
nicht angeschrien werden von eurem Trainer, wenn ihr was falsch
macht.
An dieser Stelle möcht ich mal aufräumen mit dem ganzen Dominanzgehabe,
Rudelchefgetue und Unterwerfungsquatsch!
Die heutigen Forschungs- und Untersuchungsergebnisse kommen
da nämlich zu ganz anderen Überlegungen. Für alle Interessierten
sind hier ein paar Seiten und Bücher, die sich ganz ausführlich
damit befassen: www.spass-mit-hund.de
- dort zu "mehr
Wissen" und dann zu "Dominanz"
www.bordermix.de Dominanz
- Tatsache oder fixe Idee Freundschaft
statt Dominanz Die
Dominanztheorie bei Hunden
Wir
beide, mein Hund und ich, wir wissen ganz genau, dass ich kein
Hund bin - also brauch ich gar nicht erst zu versuchen, mich
wie einer zu verhalten. Wir beide wissen aber auch ganz genau,
wer die Kühlschranktür öffnen kann, wer die Haustür aufmacht,
wenn es spazieren geht, wer die schönen Spielsachen verwaltet,....
Allein dadurch, dass es für den Hund deutlich wird, wer die
für ihn wichtigen Dinge verwaltet, zuteilt, beginnt und beendet,...,
wird für ihn klar, wer das Sagen hat und wer die gemeinsame
Richtung vorgibt.
Und
wenn euch jemand sagt: "Das mach ich ja schließlich schon seit 20 Jahren
so - das funktioniert." - Dann denkt erst mal gründlich
darüber nach, was er euch rät, denn vielleicht macht derjenige
ja schon
seit 20 Jahren was verkehrt und merkt es nicht, weil er sich
nicht mit den neuen Erkenntnissen über das Wesen und das Lernen
der Hunde auseinandersetzt, sondern vielleicht aus Bequemlichkeit
an seinen alten Zöpfen festhält und damit eine ganz wundervolle
Möglichkeit zu einer schönen, engen, auf Vertrauen und Zuneigung
basierenden Beziehung zwischen Hund und Mensch "verschenkt".
Übrigens,
man kann auch nicht einfach Trainingsmethoden vermischen. Man
kann nicht sagen:"Ich arbeite über die positive Verstärkung
- und sollte das nicht funktionieren, dann gibt es halt mal
ein paar Leinenrucks, dann klappt das schon." - Studien
hierzu haben gezeigt, dass man sich damit seine Kommandos "vergiftet".
Hunde sind nicht dumm! Sie lassen sich nicht veräppeln und also
funktioniert das so nicht.

Was
wir nun aber sehr wohl tun sollten, wir sollten uns unbedingt
darum bemühen, die Fremdsprache
"HÜNDISCH" zu verstehen.
Wir sollten Hunde - ganz besonders natürlich unseren eigenen
Hund - genau beobachten, um zu erkennen, was der Hund gerne
tut, wie er Wohlbefinden, Zufriedenheit und Freude ausdrückt,
wann er Angst zeigt und wann er etwas nicht mag und Abwehrverhalten
zeigt,... Nur wenn wir zum Beispiel wissen, was der Hund als
Bedrohung versteht, dann können wir Bedrohungen vermeiden
oder den Hund lehren, damit umzugehen. Und nur wenn
wir das Verhalten unseres Hundes deuten können und verstehen,
was er uns "sagen" will, dann können wir mit ihm kommunizieren. Bei
den Links
zu den folgenden Internetseiten könnt ihr euch ein bisschen
kundig machen in der FREMDSPRACHE
HÜNDISCH: Die
Sprache der Hunde Beruhigungssignale Warnung
auf "HÜNDISCH" Kommunikation-Mensch-Hund Hundesprache:
Welpen verstehen Calming
Signals Beschwichtigungssignale
Wir
haben also ganz tolle Möglichkeiten und Wege, unseren Hunden zu
"sagen“/“zeigen“, was wir erwarten.
Und
so kommen wir zu den „guten Lehrmeistern“:
-
Spaß
und Freude am gemeinsamen Tun - Lernen
durch Versuch und Irrtum - Erkunden,
Erfahren, Entdecken – Zeit geben, Lösungen finden lassen-
Fehler
machen ist erlaubt und wird keinesfalls bestraft! – aus Fehlern
lernt man! - Erfolge
erleben lassen – dies stärkt das Selbstbewusstsein - „Mitdenken
lassen!“
- nicht nur Befehlsempfänger sein lassen Übrigens:einen
mitdenkenden Hund kann man nicht mit Gewalt
erreichen! Mit Gewalt erreicht man nur Unterordnung beim
Hund, aber keine Kreativität und Eigeninitiative! - Gemeinsames
Spiel: -dies kann zur Motivation beim Training eingesetzt
werden -es ist eine tolle Belohnung für eine erbrachte gute
Leistung -wenn man dem Hund im Training anmerkt, dass er mal
eine Auszeit braucht, dann ist ein gemeinsames Spiel eine
wunderbare Möglichkeit, den Kopf wieder frei zu bekommen
-und
spielen macht Spaß und man braucht dafür auch einfach
mal überhaupt keinen bestimmten Grund - Eine
schöne Atmosphäre beim Training - sich wohl und sicher
fühlen am Trainingsort, in der Trainingsgruppe und mit dem
Trainer - Neugierig
sein ist erlaubt – Dinge kennen lernen – mutig sein zusammen mit
dem Hundeführer – „schwierige“ Situationen meistern –
gemeinsam stark sein – all dies fördert eine gute Bindung
zwischen Mensch und Hund
- Eine
Bindung erarbeiten – und: „Bindung“ ist nichts Einseitiges,
sondern diese muss bei beiden Beteiligten da sein, beim
Menschen und
bei dessen Hund, und sie basiert auf Vertrauen, Zuverlässigkeit,
gegenseitigem Respekt, Achtung voreinander und Zuwendung
füreinander. - Der
Mensch sollte eine Art Elternrolle übernehmen: Führen,
Grenzen setzen und Freiräume lassen, damit sich die
Hundepersönlichkeit entwickeln kann. Dabei muss der Hundeführer
zuverlässig und berechenbar für den Hund sein in seinen
Handlungen und Reaktionen. Was einmal erlaubt ist, ist immer erlaubt
und was einmal verboten ist, ist immer verboten. Ganz wichtig:
KONSEQUENZ! -
Abwechslungsreiches,
spannendes Training mit vielen Impulsen, Belohnungssituationen und
Spielespaß - Das
Schlüsselwort für erfolgreiches Training heißt
„TEAMWORK“ = Zusammenarbeit mit dem Hund – nicht gegen ihn
arbeiten!
Diese
guten Lehrmeister sollten immer die Grundlage sein für unsere
Arbeit.

Unsere
Arbeitsweise: Wir
arbeiten über die POSITIVE
VERSTÄRKUNG.
Überlegungen
zur positiven Verstärkung von Sabine Winkler
Dieser Begriff
stammt aus der Verhaltensbiologie und der Psychologie, die sich unter
anderem auch damit beschäftigen, wie Lernen vor sich geht. Im
Zuge vieler verschiedener Experimente hat sich gezeigt, dass ein
bestimmtes Verhalten dann häufiger oder intensiver gezeigt wird,
wenn gleich danach etwas Angenehmes erlebt wird. Im Fachjargon sagt
man: Ein Verhalten wurde positiv verstärkt.
Wenn
wir ein Verhalten positiv verstärken, dann sieht das etwa so
aus:
Hunde sind grundsätzlich
bereit dazu, das zu tun, was wir von ihnen möchten, wenn wir
es schaffen, ihnen klar zu machen, was das ist.
Also
müssen wir zunächst einen Weg finden, um unserem Hund zu sagen:“Das
ist genau richtig, was du jetzt gerade tust! Das ist klasse! Und
dafür bekommst du eine Belohnung!“ Und dann muss eine
Belohnung kommen, die für den Hund richtig toll ist – das
können besondere Leckerchen sein, ein Spiel mit dem
Hundeführer, ganz besondere Streicheleinheiten oder die Erlaubnis zu etwas, was dem Hund grad
richtig wichtig ist – Baden im Bach – Schnüffeln gehen –
Spiel mit Kumpels - ... .
Was
wir verwenden können, um in exakt dem Moment, in dem der Hund
das gewünschte Verhalten zeigt, reagieren zu können, ist
unsere Stimme und/oder den Clicker.
Ausführungen
zum Clickertraining von Sabine Winkler
Das
Clickgeräusch des Clickers hat den Vorteil, dass mit immer
demselben Geräusch, zuverlässig gleich und somit eindeutig
in der Aussage, richtiges Verhalten bestätigt wird. Um
auch eine eindeutige, zuverlässig gleiche Ansage mit der Stimme
zu machen, verwenden wir ein Clickerwort =
Bestätigungswort/Belohnungswort. Dieses Wort sollte ein kurzes,
hell und freudig gesprochenes Wort sein, zum Beispiel „JAAA!“ -
„FEIN!“ - „SUUUPER!“ - ... Sowohl
auf das Clickgeräusch, als auch auf das Clickerwort hin muss
dann immer – absolut
zuverlässig und rasch – die Belohnung kommen. Click oder
Clickerwort lösen die Übung auf und sind ein Versprechen
auf die Belohnung – und Versprechen müssen eingehalten werden,
sonst taugen sie nichts.
Der Hund
muss
die jeweilige Bestätigungsmethode kennen lernen. Er weiß
ja ansonsten nichts damit anzufangen. Am Anfang steht also
mehrmaliges „ Click/Clickerwort + Belohnung“ - im weiteren Text
wird das oft vorkommen und so kürz ich es ab zu „C+B“.
Hierbei ertönt das C, danach fassen wir nach der Futterbelohnung
und geben dem Hund die B. Der Hund wird sehr schnell erkennen,
dass es toll ist, dieses Geräusch zu hören – und jetzt
müssen wir aufpassen, dass wir das Geräusch nicht
verwenden, um den Hund zu rufen!! Es würde wohl vorübergehend
funktionieren, aber wir würden uns die wunderbare Möglichkeit
verderben, die wir mit C+B jetzt haben. Damit können wir nämlich
jetzt korrektes Verhalten bestätigen und belohnen, also unserem
Hund „sagen“, was er tun soll, was richtig ist in der jeweiligen Trainingssituation. C+B
gibt es für eine erbrachte Leistung – je nachdem was wir
gerade üben – ORDENTLICH AN DER LEINE GEHEN – WATCH ME -
SITZ – PLATZ - AUS – und natürlich für richtiges
Verhalten bei der ganz alltäglichen Erziehungsarbeit ... Ganz
wichtig ist es, dass die Hundebesitzer lernen, ihren Hund genau
zu beobachten, so dass sie ein Gefühl für das richtige
„Timing“ beim Bestätigen guter Verhaltensweisen entwickeln.
Je besser dieses Timing, desto besser die Lernerfolge. Der Clicker
bietet sehr viel mehr Möglichkeiten im Training und bei der
alltäglichen Erziehung, als dass man ihn nur als Bestätigung
für richtiges Verhalten einsetzen sollte. Hier möchte ich
für weitere INFOS
auf unsere CLICKERSEITEN
verweisen. Der
Clicker, richtig eingesetzt, ist eine wunderbare, neben der Stimme
und der Körpersprache eine zusätzliche, sehr effektive
Möglichkeit zur Kommunikation mit dem Hund – eine Brücke,
eine Verbindung zwischen Mensch und Hund.

Und
noch was: Mein Hund ist nicht perfekt und ich bin auch nicht
perfekt - also passen wir beide perfekt zusammen.


Copyright(c) 2008 Gabi
Wagner. Alle Rechte vorbehalten.
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